Ein lebendiger Design-Policy-Rahmen
Sich verändernde Umgebungen erfordern möglicherweise neue Perspektiven.
NEU: Ergebnisse der Ausschreibung für National Policy Labs
Die Ausschreibung für National Policy Labs lud BEDA-Mitglieder ein, eines von vier National Policy Labs auszurichten, die jeweils aus einer anderen europäischen Makroregion (Nord, Süd, Ost, West) hervorgehen. Ziel der Initiative ist es, die Living Design Policy Framework Materials (LDPFM) zu erproben.
Gestalten in unsicheren Zeiten – Chancen ergreifen, Wandel gestalten.
Die Landschaft, in der sich Design bewegt, hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Derzeit ist das politische, technologische und ökologische Umfeld, in dem Design eine Schlüsselrolle spielt, zunehmend unvorhersehbar. Ganze Vereinbarungen entstehen und zerfallen zwischen zwei Mittagspausen, bürokratische Prozesse überdauern ihre Urheber, und lange als grundlegend empfundene Werte sind bedroht. Und wie in jeder sich wandelnden Umgebung entstehen dadurch Chancen, die wir als Designer*innen ergreifen müssen.
MADres strebt die Entwicklung eines lebendigen Design-Policy-Rahmens an – eines adaptiven Modells, um Design in Policies auf nationaler und EU-Ebene zu verankern.
Wohlstand und nachhaltiges Wachstum in Europa durch und mit der Kraft von Design und seinen Methoden zu fördern, ist das Ziel der Idee eines lebendigen Design-Policy-Rahmens.
Statt als statisches Regelwerk zu dienen, ist er als agiles, lebendiges Design-Policy-System gedacht – eines, das sich an unterschiedliche Bedürfnisse und Kontexte anpassen kann.
Das volle Potenzial von Design erschließen.
Damit Design als echter Ermöglicher von Transformation wirken kann, ist ein einheitlicher und umsetzbarer europäischer Rahmen für eine Designstrategie essenziell. Seit den frühen 90er-Jahren wird zur Beziehung von Design, Innovation und staatlichen Strukturen geforscht. Der Begriff „Design Ecosystem“ wurde 2014 von Anna Whicher als wesentlicher Bestandteil von Design-Policies geprägt. 2016 wurde ein Design-Policy-Ansatz von der Europäischen Union kofinanziert und vom Danish Design Centre in Zusammenarbeit mit Nesta und dem Politecnico di Milano entwickelt. Dieser „Design for Europe“-Ansatz positionierte Design als Ermöglicher und Innovator; er war ein Rahmen, um Regierungen zu befähigen, den Wert von Design als Innovationskraft zu nutzen. Doch in der heutigen volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen (VUCA) Umgebung werden lang etablierte Ansätze in Frage gestellt.
Um einen Living Design Policy Framework zu denken und aufzubauen, recherchiert MADres zu bestehenden europäischen Design-Policies, erstellt aus dem Entwicklungsprozess des New European Bauhaus eine Blueprint und gewinnt Erkenntnisse aus Policy-Making-Prozessen außerhalb der Designbranche und -methoden. In einer Triangulation der Erkenntnisse werden wir einen Living Design Policy Framework entwickeln.
Wir wären keine Designer*innen, wenn wir unsere Konzepte und Ideen nicht iterativ weiterentwickeln würden. Für einen Reality-Check wird der entwickelte Rahmen von vier nationalen Policy Labs getestet, um Erkenntnisse zu gewinnen und auf Basis dieses Wissens zu iterieren. Dies ist eine Gelegenheit für BEDA-Mitglieder, an der Entwicklung mitzuwirken. Der Call for Participation wird in Kürze veröffentlicht.
Noch kein Mitglied von BEDA, aber interessiert an der Arbeit, die wir machen?
Design als strategischer Hebel für nachhaltige, inklusive und digitale Transformation.
Design spielt in jedem europäischen Land eine wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle. Es ist ein bedeutender Beschäftigungssektor und ein nachgewiesener Treiber der Bruttowertschöpfung. Und dennoch bleibt die Wachstumsperspektive in vielen EU-Volkswirtschaften unter dem Niveau, das nötig ist, um gesellschaftliches Wohlergehen zu sichern – zusätzlich unter Druck durch die Auswirkungen des Klimawandels und sich verändernde demografische Strukturen. Um Europas dreifache Transformation zu bewältigen – hin zu einer nachhaltigen, sozial gerechten und digital gestärkten Wirtschaft – müssen wir die Policy-Rahmenbedingungen weiterentwickeln, die die Rolle von Design prägen.
Design Policy in Europa
Unser Bericht Design Policy Mapping in Europe stellte das Design Policy Spectrum vor — ein Bewertungsinstrument, um die Integration von Design in die nationale Politikgestaltung abzubilden.